Donnerstag, 10. Januar 2008
Bahnstreiks
Der Herr Mehdorn hat in den Streiks seiner Lokführer in den letzten Monaten auch keine Kreativität gezeigt.

Ich hätte ganz besonders den Streik im Güterverkehr als nationale Katastrophe deklariert und hätte ein paar Regimenter Bundeswehrsoldaten angefordert. Diese hätten dann im Eilverfahren als Lokführer ausgebildet werden ("Hier Gas, da Bremse, auf geht's!") und als Ersatz eingesetzt werden können.

Da hätte sogar ich mich aus der Reserve reaktivieren lassen und hätte als frischgebackener ICE Lokführer zur Linderung des nationalen Notstandes beigetragen.

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Alternatives Strafrecht
Momentan wird das Thema "Jugendstrafrecht" im hessischen Wahlkampf verwendet. Die CDU würde gerne die Strafen verschärfen, nachdem es in den letzten Wochen vermehrt zu gewaltsamen Übergriffen jugendlicher Täter gegenüber Senioren oder Bahnbeamten gekommen ist.

Zu diesem Thema können wir sehr viel von alten Hochkulturen lernen, wie z.B. den Ägyptern. Diese haben schon früh gelernt, dass die Bevölkerung ein gemeinsames Ziel braucht und haben daher Pyramiden gebaut.

Ich sehe im Pyramidenbau großes Potential für Deutschland. Dort könnten die jugendlichen Straftäter eine Aus- und Weiterbildung im Hochbau bekommen und überschüssige Energien abbauen. Sie könnten an einem Symbol der nationalen Einheit bauen, was gleichzeitig auch ein großer touristischer Magnet werden könnte.

Die Kosten wären überschaubar, da die Arbeitskräfte ja schon bezahlt sind und auch selbst die notwendigen Steine brechen könnten.

Der Pyramidenbau ist aus meiner Sicht eine echte Alternative zum klassischen Gefängnismodell. Womit beschäftigen sich eigentlich die Insassen den ganzen Tag? Eine klassische Jugend-JVA hat zwischen 350 und 400 Insassen. Mehr als genug, um die Wäsche zu waschen, die Räume zu reinigen und Essen zu kochen. Was also machen junge Männer auf engstem Raum, die nicht ausgelastet sind? Aus meiner Sicht handelt es sich hier um eine klassische Parallelgesellschaft. Es gibt zwar durchaus Angebote zur Weiterbildung, aber die zielen meist auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses ab. Der ist heute nichts mehr wert. Also würde es doch viel mehr Sinn machen, die Arbeitskraft der Kriminellen im Sinne der Gesellschaft zu nutzen, der sie ja ursprünglich geschadet haben und das gleichzeitig mit Resozialisierungsmaßnahmen zu verbinden. Die anstrengende körperliche Arbeit würde die Gewalttätigkeiten untereinander reduzieren und ein nie gekanntes Gefühl des Miteinander erzeugen. Der Drogenkonsum unter den Kriminellen würde ebenfalls zurückgehen, da diese Substanzen verstärkt durch körpereigenes Serotonin ersetzt würde, welches der Körper bei schwerer Arbeit produziert. Parallel dazu käme die Ausbildung zum Maurer, Fachrichtung Pyramidenbau.

Mit diesem Modell könnten auch die Kosten vieler JVAs gespart werden, wenn alle jugendlichen Straftäter am Bauplatz der Pyramide inhaftiert würden und quasi nur noch eine JVA mit einer Infrastruktur benötigt würden.

Als Bauplatz schlage ich die endlosen Weiten Ostdeutschlands vor, wo Baugelände günstig ist und die gesamte Region anschließend vom touristischen Aufschwung profitieren würde.

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Donnerstag, 3. Januar 2008
Das Alter
Ich war über Weihnachten daheim bei der Familie. Dabei ist mir aufgefallen, wie negativ doch die Themen sind, wenn Smalltalk gehalten wird. Fast ausschließlich geht es um Dinge, die schief gegangen sind oder den Erzähler ärgern. Die Spanne reicht von Kleinigkeiten (das Streusalz ist alle) bis hin zu zwischenmenschlichen Problemen (mein Partner erzählt nur noch, wie schwer es auf der Arbeit ist).

Plötzlich wurde mir die Ursache für dieses Verhalten bewußt: Konservierung!

Menschen ab einem gewissen Alter - sagen wir ab 50 - neigen dazu, ihr Leben zu konservieren. All ihre großen Ziele im Leben sind erreicht, jetzt heißt es den gewohnten Alltag beizubehalten und nichts mehr zu verändern. Veränderungen werden als störend und somit negativ empfunden.

Dummerweise besteht das Leben nur aus Veränderung. Die Konservierung ist also gar nicht möglich. Selbst wenn man sich selbst sklavisch an einen festen Alltag klammert, erzeugt doch die Gesellschaft Veränderungen aller Art, die sich in jedermanns Leben bemerkbar machen.

Das Leben eines Konservierers besteht also fast ausschließlich aus negativen, kraftraubenden Ereignissen. Die großen Ziele sind also schon erreicht, also ist die einzige Quelle positiver Kraft die Präsenz und das Leben anderer Menschen, meist Freunde und Familie.

Sind diese Menschen rar gesät, kann ein Gespräch mit einem Konservierer mitunter recht anstrengend sein, wenn man nur hört, wie schlimm die Welt doch ist.

Ich selbst betrachte mich als positiv denkenden und mitfühlenden Menschen, der durchaus noch Ziele im Leben hat und gerate dadurch schnell in die Rolle des Zuhörers und Trösters. Ich würde den Konservierern gerne klar machen, wie sehr sie sich selbst das Leben schwer machen, weiß aber nicht wie.

Offen wie ich bin, habe ich dieses Thema im Kreis der eigenen Familie angesprochen. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Eine Person hat sich direkt angegriffen gefühlt und war tödlichst beleidigt, Diskussion beendet.

Die andere Person war nachdenklich und hat meine Argumentation nachvollzogen: "Wie gerne redest Du eigentlich mit deiner Mutter?" "Ich würde gerne jetzt etwas an der Situation ändern, bevor es bei uns in 10 Jahren auch so ist." Die Reaktion war dann aber blöd: "Ja, wenn Du das jetzt erkannt hast, kannst Du mir ja bald die Lösung sagen.". Na toll. Ja, ich habe das Problem erkannt, bin nicht die Ursache, soll aber trotzdem alleine die Lösung finden...

Ein Anfang wäre es schon mal, nicht stundenlang einen Monolog über die trivialen Widrigkeiten des Lebens zu halten, sondern den anderen auch mal zu Wort kommen zu lassen. Vielleicht hat der ja auch die ein oder andere Trivialität zu erzählen.

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